Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV)

Unter psychosozialer Notfallversorgung (PSNV) versteht man die Gesamtheit aller Aktionen und Vorkehrungen die getroffen werden, um Einsatzkräften und notfallbetroffenen Personen (Patienten, Angehörige, Hinterbliebene, Augenzeugen und Ersthelfer) im Bereich der psychosozialen Verarbeitung von Notfällen zu helfen.

Die PSNV beinhaltet die Gesamtstruktur, Maßnahmen, Angebote und Leistungen der Prävention sowie der kurz-, mittel- und langfristigen Versorgung nach belastenden Notfällen oder Einsatzsituationen.

Um Menschen in belastenden und außergewöhnlichen Lebenslagen oder Notfällen akute Unterstützung anzubieten, wurde 2016 die neue PSNV-Facheinheit als gemeinsame Einheit von Stadt und Landkreis Kaiserslautern gegründet.

Sie beinhaltet 3 Fachbereiche:

  • Krisenintervention (KIT)
  • Notfallseelsorge (NFS)
  • Stressbewältigung nach belastenden Einsätzen (SbE)

Krisenintervention (KIT)

Die strukturierte Einheit aus Pfarrern, Seelsorgern und ausgebildeten Laien ist jederzeit sofort alarmierbar und bildet grundsätzlich die erste Interventionsstufe. Das Einsatzgebiet wurde in 3 Regionen untergliedert und die Mitglieder in die 3 Regionalgruppen Mitte, Nord und West eingeteilt. Die Gruppen können regionalbedingt einzeln alarmiert werden und übernehmen sofort die psychosoziale Notfallversorgung der betroffenen Personen (Patienten, Angehörige, Hinterbliebene und Augenzeugen).

Notfallseelsorge (NFS)

Falls vor Ort explizit ein Pfarrer benötigt wird, beispielsweise zur Sicherstellung religiöser Riten oder zur Individualbetreuung im "kirchlichen Auftrag", besteht die Möglichkeit auch nur alle Pfarrer der 3 Regionalgruppen Mitte, Nord und West zu alarmieren. Hier kann die Einsatzaufnahme regionalbedingt mit Zeitverzögerung erfolgen.

Stressbewältigung nach belastenden Einsätzen (SbE)

Das SbE-Team kümmert sich bei Bedarf meist nach belastenden Einsätzen um die Einsatzkräfte. Die Einsatzaufnahme ist in der Regel nach 24 Stunden möglich. Je nach Bedarf erfolgt die Aufarbeitung der Ereignisse dann in Gruppengesprächen. Außerdem können je nach Belastung auch Einzelgespräche angeboten werden.

 

Andreas Burchert
Leiter der PSNV-Facheinheit