Gefahrstoffmess- und Auswerteeinheit

Autor: Mike Kopp

Am 13.06.1981 wurde von der Landesfeuerwehrschule Rheinland-Pfalz Ausrüstung zum Aufstellen von Dekontaminationsstellen an die Feuerwehr Kaiserslautern übergeben. Die eigentliche Geburtsstunde der GMAE, auch wenn sie diesen Namen erst Jahrzehnte später tragen sollte.
Zunächst als Strahlenmesstrupp bezeichnet, war die Einheit Teil der Katastrophenschutzplanung für die Umgebung kerntechnischer Anlagen des Landes Rheinland-Pfalz.

Potentielles Einsatzgebiet war und ist die nähere Umgebung der Reaktoren Biblis, Mühlheim-Kärlich und Philippsburg. Der Messtrupp kann aber auch bei Transportunfällen oder bei Zwischenfällen im Reaktor Cattenom landesweit eingesetzt werden.

Zunächst nur mit einem Mannschaftstransportfahrzeug mit der o.g. Ausstattung wurden 1993 die einsatztaktischen Fähigkeiten mit der Auslieferung des Messgerätefahrzeuges Gefahrstoffe (MefG) maßgeblich erhöht. Das  Mef-G dient bis heute als Messtruppfahrzeug im Chemie- und Strahlenschutzeinsatz. Neben der Messung von aktueller Strahlenbelastung und Kontamination können Boden-, Luft- und Wasserproben genommen werden. Auch eine Ausrüstung zur Messung chemischer Stoffe ist Bestandteil der Mef-G Beladung.
Mit der Indienststellung des ABC-Erkundungskraftwagens 2001 ging ein erhöhter Ausbildungsbedarf einher. Die Umstrukturierung der GMAE in die heutige Form begann. Der ABC-Erkundungskraftwagen dient dem Messen, Spüren und Melden radioaktiver und chemischer Kontamination, der Suche nach radioaktiven Trümmern und der Kennzeichnung und messtechnischen Überwachung kontaminierter Bereiche auch abseits befestigter Wege. Mit der verlasteten Ausstattung können radiologische und chemische Messwerte sowie die Ortskoordinaten automatisch erfasst und - soweit erforderlich - nach rechnergestützter Aufbereitung an die eine Messleitkomponente (MLK) übermittelt werden. Sowohl Probennahme als auch die Erfassung lokaler Wetterdaten ist mit der Ausstattung des Fahrzeugs möglich. Auch eine Auswertung biologischer Proben ist in einem geringen Umfang möglich.

Heute können bis zu 3 Messtrupps folgende Aufgabenstellungen bewältigen:

  • Messung der aktuellen radioaktiven Strahlung, Kontaminationsbestimmung und Probenahme
  • Identifikation biologischer Stoffe (nur bei bestimmten Stoffen) und Probenahme
  • Identifikation chemischer Stoffe, Probenentnahme, Konzentrationsbestimmung.

Die Ausbildung der GMAE erfolgt stufenweise zunächst am Standort und später an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Koblenz.

Abgeschlossen ist sie nach dem Besuch des einwöchigen ABC-Erkunder Lehrgangs. Hierbei werden die Teilnehmer mit der hochmodernen computerunterstützten Messtechnik des Fahrzeuges vertraut gemacht. ?Heiße? Übungseinsätze an realen radioaktiven Strahlern runden die Ausbildung ab. Zur Führung der Messtrupps ist es ab einer bestimmten Größenordnung notwendig eine Führungseinheit zu installieren. Da allerdings der Personalbedarf im Gefahrstoffeinsatz sehr hoch ist, arbeitet die Feuerwehr Kaiserslautern in diesem Bereich mit den Landkreisen Kaiserslautern Land und Kusel, sowie dem Donnersbergkreis zusammen. Vielleicht entwickelt sich daraus ein Pilotprojekt für die interkommunale Zusammenarbeit von Feuerwehren. Die im Einsatzfall zu bildende Führungseinheit nennt sich Messleitkomponente.

Spektakulärster Einsatz der GMAE war, obwohl nicht wirklich etwas passierte, wohl die WM 2006. Damals war mit Unterstützung von Einheiten aus ganz Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern eine flächendeckende Frühwarnung vor terroristischen Anschlägen mit chemischen und radioaktiven Stoffen installiert.
Im Tagesgeschäft rückt die GMAE zu vielen Gefahrstoffeinsätzen aus. Exemplarisch sind diese im Artikel ?Die Feuerwehr Kaiserslautern im Gefahrstoffeinsatz- Immer im Dienste des Umweltschutzes? beschrieben.

  • Messtrupp in der Einsatzvorbereitung
  • Messleitzentrale
  • Abgesetzte Messung
  • Stationäre Messung